Mount Makiling/ Los Banos/ Laguna
Am 24.02.2008 bin ich mit Andy auf den Mount Makiling geklettert. Der inaktive Vulkan liegt in Laguna genauer gesagt an der Laguna Bay, welcher der zweitgroesste See Asiens ist.
Der Vulkan ist 1090 Meter hoch und er zieht Wolken magisch an. Seine Kuppel ist den ganzen Tag ueber von Wolken bedeckt, auch bei unserer Wanderung. Auch gibt es hier heilsamme Schlammquellen und das beste ist es gibt unberuehrten Regnwald :)
Aber bevor ich loslege erstmal etwas zur Geschichte des Berges:
Im Mount Makiling wohnt nach einer Legende Maria Makiling, die sowohl in Gestalt einer Göttin als auch als schöne, junge Fee in den Erzählungen auftritt. Die Bergsilhouette soll ihre Körperumrisse abbilden und sie ist mit dem Nebel, der den Berg umgibt verbunden. Als Fee ist sie sehr wohltätig, für Bedürftige hält ihr freundliches Wesen immer die Früchte der Natur bereit. Ein Jäger durchstreift eines Tages ihr Feen-Königreich. Die beiden verlieben sich und der Jäger schwört ihr ewige Liebe. Eines Tages muss Makiling jedoch entdecken, dass der untreu gewordene Jägersmann bereits schon eine andere normale Frau geehelicht hatte. Die Feen-Königin, die man noch manchmal im Mondlicht sehen kann, ist seitdem traurig und frustriert und die Natur darbt seitdem mit ihren Früchten.
So haben hier viele Berge ihre eigene Geschicht und Ihren eigenen Waechter, aber auch verblassen diese Geschichten leider langsam...
Nun zu unserer Wanderung. Andy hat mich morgens um 7 Uhr mit seiner Motor Cross Maschine bei meinem Onkel abgeholt und wir sind bei schoenen Wetter aufgebrochen. Mein erster Mal seit langer Zeit wieder aufm Motorrad. Am Anfang wars mir noch ein bisschen mulmig aber nach ner Zeit war es einfach nur geil!! Man bekommt viel mehr von der Landschaft mit un d ist mittendrin statt nur dabei. Habe uns natuerlich auch ein bisschen verfahren, weil so etwas wie ne Strassenbeschilderung gibt es hier halt nicht.
Sind dann nach circa 1 Std. an der Los Banos University angekommen, wo der Aufstieg beginnen soll....Das Uni Gelaende ist aber so riesig, das wir uns natuerlich wieder verfahren.... Kommen unterwegs an den Boyscouts Philippines vorbei, hier hat 1959 uebrigens das 10 Jamboree Lager stattgefunden. Aus der ganzen Welt haben sich hier damals 12.500 Pfadfinder versammelt.
Endlich ist es soweit und wir haben den Eingang gefunden.Von hier aus geht es zu Fuss weiter. Wir muessen am Eingang 5 Peso Eintritt bezahlen und uns in ein Logbuch eintragen. Als Ziel geben wir "Mud Springs" an und nicht Peak 2 (zur Erklaerung, der Berg hat drei Gipfel) da ich im Internet gelesen habe, dass der Berg aufgrund einer Schlammlawine im Jahr 2006 noch gesperrt ist. Wir bekommen noch den Hinweis, dass wir vor 16 Uhr zurueck sein sollten.
Von |eingang aus sind es circa 8 km den Berg rauf und zwischendurch wollen wir noch einen Abstecher auf halber Hoehe zu den Musprings machen, welche hier als momentaner "Krater" bekannt sind. Bis zur Abzweigung zu den Mudsprings gibt es einen schoenen "deutschen" Wanderweg. Breit uebersichtlich nicht zu steil. Der Weg ist gesaeumt von Pflanzen verschiedenster Art und jede Menge tropischen Orchideen und Blueten. Klasse um mich endlich einmal wieder beim Fotografieren auszutoben. Andy und ich quatschen ueber Filipinos und die Welt und machen. Photos was das Zeug haelt. Dann kommen wir irgendwann zu einem Schild das uns nach rechts zu den Mud Springs. 961 Meter...na wenn das ein Filipino gemessen hat....viel Glueck ;)
Hier geht es bergab (ahhh, muss ich da gleich wieder rauf???) und wir tauchen in den Dschungel ein und unsere Schuhe in Matsch...Unter uns rauscht irgendwo ein Bach und die Froesche quacken.... Auf halbem Weg kommen uns froehlich grinsende CHinesen??? entgegen mit Schoepfkelle und Matsche bepackt....wir sind auf dem richtigen Weg.
Unten angekommen erwartet uns ein grosser See blubbernder, stinkender grauer Matsche, mitten in einer Lichtung. Wasserdamp und Schwefeldampf geben dem ganzen eine mystische Atmosphaere. Ich mache Photos was das Zeug haelt und Andy verschwindet irgendwo im Gestruepp. Natruerlich lasse ich mich von dem Schild Betreten verboten und dem Zaun nicht abhalten, und gehen naeher an das blubbernde Zeug und stecke erts mal meinen Finger rein...Baden sollte man nicht dadrin, ziemlich heiss.....aua. Zwischendurch kommt auch Andy wieder und sagt er hat eine Erklaerung fuer das laute grummeln im Untergrund gefunden. Hinter dem Zaun wo betreten verboten steht befinden sich mehrere keine Minivulkane in deren Tiefe der Matsch kocht; es stinkt bestialisch. Jaja Andy, Marc & die Betreten verboten Schilder.
Nach dem kurzen Abstecher sind wir schon ein wenig in Matsch gebadet und begeben uns wieder auf den Rückweg um dann wieder Richtung Gipfel zu gehen. Nach den Mud Springs ist der Weg wieder ziemlich okay und so geht es weiter für eine Stunde.
Langsam wird der Weg ein wenig fordernder und uns kommt niemand mehr entgegen, wir sind also auf dem richtigen Weg. Es wird feuchter und somit matschiger und irgendwann stehen wir vor einem umgekippten Baum der mit Bawal Pumasok (Do Not Enter) Schildern uebersaeht ist. Wir gehen natürlich weiter…jaja die Betreten Verboten Schilder….
Ab hier wird es interessant. Der Weg ist so gut wie nicht mehr zu erkennen und wir waten durch kleine Bäche und vermehrt auftretende Schlammpfützen in denen wir bis zum Knöchel einsinken. Umgekippte Baueme und eine große Hangrutschung blockieren unseren Weg. Es wird zunehmend feuchter und nebliger…Wir befinden uns in den Wolken. Vom Gefühl her würde ich sagen wir sind auf 700 Höhenmetern. Auf 800 Höhenmetern fängt es auch noch an zu regnen und durch das dicht über uns wuchernde Blätterdach wird es auch noch weiterhin dunkel. Leider muss ich nun meine Kamera wegpacken, da es einfach zu nass ist und die Gefahr von Stürzen recht hoch.
Auf einmal schaue ich an mir runter und stutze, irgendwas krabbelt auf meinem Tisch rum…Ein Blutegel, baehhhh. Ich rufe Andy und er sagt mir augenzwinkernd das ich auch noch 2 auf der Schulter habe, ich weise ihn auf sein schönes Exemplar auf der Backe hin ;) Ziemlich komische Erfahrung am Anfang, aber uns bleibt nichts anderes übrig als die Viecher in regelmaessigen Abständen abzusammeln und zu hoffen das sie nicht saugen. Leider können wir sie auf unseren Hosen kaum noch sehen, da sie mittlerweile voll mit Schlamm sind. Also dann halt einfach nicht mehr absammeln. Ich falle langsam zurück und Andy geht vor, da ich mit seinem Tempo nicht mithalten kann (wer in 4 Tagen mit dem Fahrrad über die Alpen fährt…)
Es ist neblig, kalt, windig du es gibt kein einziges Geräusch hier oben…Der Wald schluckt alle Geräusche….ganz schön unheimlich. Wenn man sich hier etwas bricht und alleine ist, war es dass….Ohne Andy wäre ich hier nicht weitergegangen. Wir schlittern weiter durch den Matsch, halten uns an riesigen Lianen fest um eine Stufe weiterzukommen. Neben uns geht es teilweise 30 Meter ohne Halt den Abgrund weiter.
Irgendwann geht es so steil weiter hoch, das ich nur noch wie eine Dampflok schnaufe, ausserdem ist es schweinekalt und man sieht kaum noch was…Cih fuer meinen Teil habe den Gipfel erreicht und werde mich keinen Meter weiter nach oben bewegen!!! Ich muss den ganzen Weg ja schliesslich auch noch runter….Wir sind irgendwo knapp unter dem Gipfel und für mich war der Weg ja eh das Ziel. Andy klettert noch 20 Minuten weiter und ich esse erstmal nen Apfel und sammle meine Blutegel ab….
Andy kommt zurück und wir begeben uns auf den mühsamen Abweg. 3-mal lande ich natürlich auf dem Arsch da der Abstieg nun eher mit einer Rodelpiste zu verglichen ist. Natürlich ist wieder alles voll mit Blutegeln und ich habe einfach keinen Nerv mehr die Viecher abzusammeln nachdem ich die ersten saugenden auf meinen Socken gefunden habe (naja, soll ja gesund sein, werden schließlich auch in der Medizin eingesetzt.
Um 5 Uhr haben wir endlich den Eingang erreicht, hier ist natürlich keiner mehr, typisch Filipino…
Auf dem Rückweg tut mir der Hintern auf dem Motorrad so weh, dass ich am liebsten den Rest zu Fuss laufen wuerde, Denke mir dann aber doch dass ich fuer heute genug gelaufen bin!!!
Unterwegs halten wir zum Entsetzen der Pinoys noch total verdreckt wie wir sind an einem Jollibee an und futtern erstmal kräftig was leckeres J bevor wir endlich in Brentville bei meinem Onkel ankommen…
Marc-in-Manila

