Marc-in-Manila

08.01.2008

 

Die letzten 2 Tage warn ziemlich stressing. Grundeinkaeufe fuer die Wohnung machen, mit der Maklerin treffen, Konto eröffnen, Visa beantragen etc….Leider dauert das hier immer alles so super lange, da man entweder im Stau steht oder in irgendeiner endlos langen Warteschlange (und sich dabei erst wieder einmal ueber das ganze Chaos und die Unorganisiertheit hier aufregt. Naja, irgendwie ist man halt doch im Deutsch aber im Laufe der nächsten Wochen, wird auch das wieder besser „Probiers mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit lalallaaalalaaaaa“

 

Oben auf dem Dach haben wir einen schoenne grossen Pool und ein nettes Fitnesscenter, alles im Preis mit inbegriffen. Hier kann man Abends ganz gut abschalten und ich kann meinen kleinen Weihnachtsranzen abtrainieren.

 

Diese Nacht habe ich endlich halbwegs vernünftig durchgeschlafen. Nach 2 Folgen Prison Break (die Serie macht wirklich süchtig) habe ich einfach alle Fenster komplett dicht gemacht und die Klimaanlage an. Ansonsten ist der Lärm hier wirklich nicht auszuhalten. Obwohl im 33 Stock schallt der naechtliche Laerm ungebremst bis hier oben. Polizei, Krankenwagen, Feuerwehr, Hupen, Hupe, Hupen und nochmals hupen. Runterbrüllen „seid mal leise“ bringt hier glaube ich nicht viel…

 

Heute war dann endlich mein erster Unitag. Das Gebäude hat einen ziemlich guten Standard, alle Klassenräume sind mit Beamer ausgerüstet, es gibt eine ziemlich große Bibliothek und und und….

 

Die Dozenten sind auch okay (mein Spanischlehrerin spricht sogar ein astreines Deutsch) und die Fächer scheinen von der Anforderung auch zu bewältigen sein. Alles in allem freue ich mich auf eine interessante Zeit!!! Einziger Nachteil: Die Snobs an unserer Koelner Uni sind gegen die Studenten hier echt nur kleine Leuchten. BMW’s und tiefergelegte Mercedesgeschosse sowie XUS soweit das Auge reicht und jede Menge werden von Ihrem eigenem Driver gebracht….Dementsprechend hoch die Anzahl der „Nase oben Träger.“ Ist mir aber recht wurscht, habe schon ein nettes Grüppchen gefunden und mein Renaissance Leutchen sind eh nicht zu ersetzen.

 

Die habe ich dann heute auch direkt besucht. Immer wieder schön ins  Renaissance Hotel zurückzukehren und alte bekannte Gesichter wieder zu sehen.

 

So jetze koche ich mir was (ist ja schon spät hier) muss ja morgen wieder früh raus…

05.01.2008

 

Nun sitze ich hier gerade an bei angenehmen 27 Grad Nachttemperatur und höre Radio Köln. Mein Gott, was sind heute Staus in Köln ;)

 

Gestern war ein wunderbarer Tag. Aus dem Flieger ausgestiegen, wurde ich von 27 Grad, Sonnenschein und einem erfrischendem Wind und meinem Onkel und meiner Tante herzlich empfangen. Wie weggeblasen waren aufkeimende Zweifel und Fernweh!

 

Durch den dichten Verkehr haben wir uns dann zu meinem zukünftigen zu Hause in Makati geschoben. Zu erzählen gibt es ja mehr als genug, nachdem man sich solange nicht gesehen hat. Daher beschloss wir nur meine Sachen in die Wohnung zu bringen und dass ich doch mit nach Laguna fahre.

 

Die Wohnung ist toll. Sie hat eine super Aussicht über die Manila Bay ist halbwegs gepflegt und hat eine angenehme Größe. Nachtteil ist, das die Nachmittagssonne auf die große Fensterfront ballert. Daher muss ich mir noch dunkle Vorhänge kaufen ansonsten wird es definitiv nachmittags zu heiß. Werde am Wochenende nicht nur zum Frisör gehen, sondern auch einen Grundeinkauf für die Wohnung machen.

 

Auf dem Weg nach Laguna gab es erst einmal einen Zwischenstopp bei Mc Donalds, so dass ich meinen Big Maec, den ich in Frankfurt verpasst hatte für ein 3tel des Geldes nachholen konnte. Mein Gott was habe ich mich während des ganzen Fluges darauf gefreut.

 

Der Rest des Tages verlief Recht ruhig…

 

Meine Cousine ist mit meiner Nichte Clover Ann gekommen. Wie suess. So ein hübsches Baby habe ich wirklich selten gesehen!!! Werde am Wochenende mal ein Photo schicken.

 

Habe dann die Nacht erst mal mein Schlafdefizit nachgeholt und 12 Std. am Stück geschlafen. Was tat das gut!!!

 

Morgen früh um 8 Uhr fahre ich nach Makati und dann geht es auch schon in die Uni…Ich bin ja mal gespannt.

 

 

Ich wünsche Euch allen ein klasse Wochenende!!!

 

04.01.2008

Ich bin dann mal weg…

 

Nach ungenügenden 2 Stunden Schlaf ging es dann am Mittwoch morgen um 7 Uhr los Richtung Deutzer Bahnhof. Gebracht haben mich meine Eltern und Dirk und Melanie sind netterweise auch noch um 7.20 Uhr am Bahnhof eingetroffen. Dirk sah genau so übermüdet aus wie ich, so fühlte ich mich nicht ganz so alleine mit meinem Erscheinungsbild. Heiligabend und Silvester vorbereiten, ein Bad zu renovieren und ein 8 monatigen Philippinenaufenthalt zu organisieren sind dann doch nicht ganz spurlos an mir vorübergegangen. Zumindest sehe ich meinem Terroristen Photo in meinem Passport wieder erschreckend ähnlich.

 

Meine erste Fahrt mit einem ICE stand mir nun bevor. Tolles Teil. Bis auf das die Türen zu klein sind, oder ich morgens noch zu unpraktisch veranlagt bin (vielleicht sind auch meine asiatischen Koffer zu groß???). Würde das Gefährt nicht im Dienst der DB stehen, würde es vielleicht auch einmal mit Höchstgeschwindigkeit fahren können und nicht mit 1 1/5 Std. Verspätung am Frankfurter Flughafen ankommen. Um es kurz zu machen statt 3 Std. vor Abflug am Schalter einzutreffen, stehe ich 1 Std. vor Abflug als letzter in der Schlange am Gulf Airline Schalter. Vor mir stehen noch ein Gruppe gackernder Chinesen und 2 freundlich dreinblickende Araber, welche mir nach der Ansage des Bodenpersonals sie hätten jeweils 15 Kilo zuviel im Koffer und dieses abändern müssen zu allem bereit erscheinen.

 

Nun bricht auch mir der Schweiß aus „geht meine Wage richtig?“ Freundlicherweise werde ich aufgrund der Kofferumbau Aktion der beiden bärtigen Herren an den Businessschalter geschickt, wo ich direkt erst einmal mit meinem wuchtigen Koffer den roten Teppich aus der Halterung reiße. Eine gute ehrliche Ausrede habe ich ja: „Tschuldigung ich bin Business Check In nicht gewohnt“ und rette mich in ein verlegenes Lächeln, welches mir als ich meinen Koffer auf die Waage stelle direkt vergeht: „32,9 KG“ steht dort in unbarmherzigen schwarzen Zahlen und die Waage fängt heftig rot an zu blinken. Die Dame am Check In lächelt mich freundlich an und gibt mir mit einem Flüstern zu verstehen das ich mich vor die Waage stellen solle, so das Ihre Kollegen die Waage nicht sehen können. Sie gibt mir die Tickets und wünscht mir einen guten Flug. Gerade entferne ich mich als Ihre uebergewichtige Kollegin ein lautes „Stop“ brüllt und Ihrer Kollegin sagt sie müsse noch mein Handgepäck wiegen. „Okay“ denke ich mir „nun hast Du ein Problem“. 18 kg zeigt die Waage an. Mit Hinweis auf meine Diät letzte Woche versuche ich noch die Situation zu retten. Nichts zu machen, 10 kg müssen raus. Also, alle Bücher in die Laptop Tasche gestopft (ein bisschen schummeln ist ja wohl erlaubt) Koffer wieder auf die Waage „13  KG“. Okay, Koffer wieder auf, Schokolade, Käse und Haribo, die ganzen Mitbringsel für Freunde und Familie raus. „10 KG“. Die nette Dame am Schalter zeigt sich Einsichtig und gibt mir unter dem missbilligen Blick Ihrer Kollegin (bei der die Waage nicht nur hektisch blinken würde) das okay und wünscht mir einen guten Flug. Meine ausgeräumten Sachen fügt Ihre übergewichtige Kollegin hinzu könne ich ja irgendwo in den Müll schmeißen. Ich packe Haribo, Schokolade und Käse unter den Arm und hinter der nächsten Ecke verwandelt sich mein Handgepäck wieder in einen 18 kg schweren Mülleimer. So einfach lasse ich mich nicht Kleinkriegen.

 

Ich renne zum Flieger, da bereits der Last Call ausgerufen wurde und verpasse mein Frühstück bei McDonalds. Im Flieger angekommen finde ich mich 2 Reihen hinter den Arabern und welcher Zufall, zwischen dem Haufen Chinesen wieder. Eine wahre Wonne, wieder an mein Versagen im chinesischen Unterricht erinnert zu werden.

 

Der Flieger ist glaube ich aus dem 2 Weltkrieg, aber zumindest hat er keine Propeller und die Fernseher des Bordunterhaltungssystem sind bunt… Der Flug verläuft recht ereignislos, ich habe hinter mir einen Deutschen, der 4 Std. durchgehend schnarcht, die Filme sind auf arabisch und mein voller Vorfreude bestelltes Lamm muss dem Koch wohl aus der Pfanne gesprungen sein. Ich finde nur Kartoffeln in der Sauce. Erst meine Big Maec verpasst und dann auch noch das. Hape Kerkeling’s „Ich bin dann  mal weg“ rettet mich über diesen und auch den nächsten Flug.

 

Mit 20 minuetiger Verspätung landen wir nach 6 Std. in Bahrain, so dass ich noch exakt 55 Minuten habe meinen Anschlussflug zu bekommen. Nach einer kleinen Hetztour befinde ich mich im Flugzeug nach Manila Flug GF 1844. Ich denke 1844 wurde die Maschine gebaut in der ich mich nun befinde. Die Fernseher des Bordunterhaltungssystems sind nicht bunt, es gibt nämlich keine.

 

Nach 130 Seiten in Hapes Buch, beschließe ich, das es nun Zeit für einen Rotwein ist. Ich bin positiv überrascht. Ein 2005er irgendwas, welcher aber vorzüglich schmeckt. Dazu gibt es Lamm mit Nudeln und welch ein Glück in meine Nudeln haben sich 3 Stücke Lamm verirrt. Ich beschließe noch einen Rotwein zu trinken. Nach 200 Seiten Hape wird es Zeit mich schlaffertig zu machen. Auf dem Rückweg vom Klo passiert es dann. Unerwartete Turbulenzen. Ich stehe in der Küche zwischen hin und her fliegenden Dosen und Weinflaschen (der gute 2005) und etwas unbeholfen wirkenden Stewardessen und habe alle Mühe mich am Vorhang festzuhalten. Nach 1 Minute ist der Spuk vorbei und die Stewardess weißt mich freundlich an meinen Sitz aufzusuchen. Ich besorge mir noch eine 2te Decke, ziehe meine Jacke an und hoffe, dass ich über Nacht nicht erfrieren werde. Wieder erwarten schlafe ich bis zum Fruestueck durch.

 

Nach dem Frühstück welches aus einem Mini Muffin und O-Saft besteht schaue ich mir das Meer und dann das näher kommende Land an und Frage mich zum ersten Mal was die nächsten 8 Monate wohl für mich bereithalten werden? „Ich habe es geschafft“, ein Traum, auf den ich mehr als 1 Jahr hinausgearbeitet habe, unter dem das Studium besonders dieses Semester gelitten hat, hat sich für mich erfüllt. Ich darf in Manila studieren und dort mein Praktikum absolvieren. Viele Hürden sind schon genommen; ich habe eine Partnerschaft zwischen einer philippinischen Uni und einer Kölner Uni durch mein Engagement aufgebaut, bin der erste Student der auf den Philippinen der Auslandsbafög bekommt; aber viele Hürden werden noch kommen: Eine dieser Hürden wird sein, 8 Monate von Familie und Freunden getrennt zu sein, welche mich in vieler Art und Weise in meinem Bestreben unterstützt haben. Aber hinzu kommen werden mit Sicherheit viele Begegnungen mit interessanten Menschen hier.

 

Nun gilt es erst einmal die Gedanken fallen zu lassen und raus aus dem Flieger die philippinische Sonne begruessen!!!